Aktuelles aus dem Syndikat

Umzug geschafft

Mit unserer Vollversammlung am 17. Januar ging die Eröffnung unseres neuen Ladenlokals im Aschaffenburger Stadtteil Damm einher.
Mittlerweile sind die Räume ausgestattet und unsere offenen Beratungs- und Informationsangebote angelaufen.
Im März und April wurden öffentliche Vorträge zu den Themen „Feministischer Streik“ und „Syndikalismus & freie Gesellschaft“ durchgeführt und weitere befinden sich in Planung.

Der 1. Mai 2026

Anders als in den letzten beiden Jahren, haben wir 2026 kein Fest zum 1. Mai ausgerichet und auch nicht mit eigenem Aufruf zur Teilnahme an der Gewerkschaftsdemo des DGB mobilisiert.
Dennoch beteiligten sich einige Mitglieder an der Demonstration und ab 12 Uhr verbrachten wir einen entspannten Nachmittag bei einer kleinen Grillfeier zu der Mitglieder, Freund:innen und Familienmitglieder eingeladen waren.
Im nächsten Jahr wollen wir das Demonstrationsgeschehen wieder wahrnehmbarer begleiten und auch ein öffentliches Fest durchführen.

Für unsere Zukunft – scheiß auf ihre Profite!

Prinzipiell liegt uns trotz grundsätzlicher Kritik am DGB ein stumpfes Bashing fern und einige unserer Mitglieder sind neben der FAU auch Mitglied in einer DGB-Gewerkschaft.
Kopfschütteln mussten wir aber alle, nachdem der DGB unter dem unsäglichen Motto “Erst unsere Jobs, dann eure Profite.” zum diesjährigen 1. Mai mobilisierte. Einen treffenden Kommentar dazu findet sich im FAU Online-Magazin „direkte Aktion“ (Link).

TVöD Tarifrunde 2026/2027

Unter dem Slogan „Wir haben mehr vom Leben als von der Arbeit“ positioniert sich die Initiative TVöD der FAU im Rahmen der Vorbereitungen für die neue Tarifrunde im öffentlichen Dienst.
Sie fordert endlich mehr Lohn und Arbeitszeitverkürzung, satt weiterem Reallohnverlust wie in den vergangenen Jahren. Gedrucke Flyer zur Verteilung an Kolleg:innen und zum Auslegen im Betrieb, erhaltet ihr in unserem Lokal.

Betriebsratswahlen 2026

Noch bis Ende Mai läuft der Zeitraum für die Betriebsratswahlen 2026. In vielen Betrieben wurde bereits gewählt und auch einige Mitglieder unseres Syndikats sind (wieder) in den Gremien vertreten .
Auf FAU-Bundesebene läuft derweil die Arbeit weiter, den seit 1992 gültigen Beschluss unserer Föderation, welcher den Umgang mit Betriebsratsarbeit und Vertrauensleuten regelt, auf Höhe der Zeit zu aktualisieren.

Ausblick

Am Pfingstwochende findet der FAU-Bundeskongress statt, an dem Delegierte unseres Syndikats teilnehmen werden. Auch in diesem Jahr stehen einige richtungsweisende Entscheidungen an und wir befinden uns inmitten der Vorbereitungen und Antragsabstimmungen.

Am 04. Juni findet im Rahmen unseres Kultur- und Bildungsangebots eine Vortragsveranstaltung mit Jonathan Eibisch zum Thema „Anarchistische Transformationsstrategien“ statt.

Darüber hinaus werden die Aktiven unseres Syndikats in den nächsten Wochen die Köpfe zusammenstecken und Überlegungen anstellen, wie wir unseren Gewerkschaftsaufbau weiter vorantreiben und auf die nächste Ebene heben können. Denn klar ist: bei den aktuellen Angriffen auf unsere Arbeits- und Lebensverhältnisse braucht es eine starke Gewerkschaftsbewegung, die dem nicht nur Widerstand entgegensetzt, sondern auch in der Lage ist mittelfristig Verbesserungen zu erkämpfen und längerfristig eine Kursänderung einzuleiten.

Nicht weniger haben wir uns zum Ziel gesetzt. Die organisatorischen und infrastrukturellen Grundlagen für die nächsten Schritte sind gelegt. Es gilt jetzt zu wachsen und uns betrieblich weiter zu verankern.

Heraus zum 01. Mai 2025

„Organisation von unten gegen Angriffe von oben“

Unter diesem Motto mobilisieren wir zum diesjährigen 1. Mai.

Neben der Teilnahme an der traditionellen 1. Mai Demonstration des DGB, laden wir im Anschluss wieder zu einem 1. Mai-Fest ins Cafè Krèm.

Organisation von unten gegen Angriffe von oben

Arbeitsverdichtung, Leistungsdruck, Zwangsmaßnahmen für Erwerbslose, Abschaffung von Feiertagen, Erhöhung der Wochenarbeitszeit und des Renteneintrittsalters: die Palette an geplanten und in Diskussion stehenden Ansätzen zur intensiveren Ausbeutung unserer Arbeitskraft ist lang.

Obwohl ein besseres und freieres Leben, mit weniger Arbeit und mehr Zeit für sich und andere, schon lange umsetzbar wäre, strampeln wir weiter als moderne Lohnsklav:innen in der Tretmühle.

Doch den geplanten Angriffen von oben setzen wir die Organisation von unten entgegen, in dem wir uns in Basisgewerkschaften organisieren und in Betrieben verankern, um Stück für Stück Gegenmacht aufzubauen. Nicht nur mit dem Ziel, Angriffe abzuwehren, sondern auch um für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen, und langfristig Lohnarbeit und Kapitalismus zu überwinden.

Dieser Ansatz gewerkschaftlicher Arbeit ist nicht neu, sondern zieht sich wie ein Faden durch die Geschichte der Arbeiter:innenbewegung. Diese Idee sozialrevolutionärer Gewerkschaften gilt es zu erneuern.

Denn als Lohnabhängige verfügen wir an unseren Arbeitsplätzen noch immer über die Macht, den reibungslosen Ablauf dieses ausbeuterischen Systems zu unterbrechen und dort einzugreifen, wo sich der Kapitalismus tagtäglich reproduziert. Und wir haben das Potential, eine neue Welt in der Schale der alten aufzubauen.

Lasst uns den Kampf für eine bessere Welt, einem würdevollen Leben in einer freien und gleichen Gesellschaft auf die Straße tragen und zusammen feiern.

Kommt deshalb mit uns auf die Gewerkschaftsdemo des DGB und besucht unser 1.-Mai-Fest im Cafè Krèm!

1. Mai: Demo & Fest

„Organisation von unten gegen Angriffe von oben“ Unter diesem Motto mobilisieren wir zum diesjährigen 1. Mai. Neben der Teilnahme an der traditionellen 1. Mai Demonstration des DGB, laden wir im Anschluss wieder zu einem 1. Mai-Fest ins Cafè Krèm. Mehr Infos dazu hier                        

Der 1. Mai mit der FAU Aschaffenburg

Wir wollen mehr vom Leben: Für radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Der 1. Mai ist seit langem fester Bestandteil im Kalender der internationalen Arbeiter:innenbewegung. Seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als es zu Kämpfen für die Einführung des 8-Stunden Tags kam, in deren Folge sieben Anarchisten zum Tode verurteilt wurden.

„Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!“ sagte einer der Verurteilten, August Spieß, am Abend des 1. Mai 1886 auf einer Versammlung.

Mit diesen Worten brachte er auf den Punkt, worum es damals wie heute ging: Um das Abschütteln des kapitalistischen Jochs, das uns auf die Rolle von ewigen Lohnsklav:innen degradiert.

Der 1. Mai steht also nicht nur in der Tradition tagesaktueller Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Er steht auch für ein Begehren nach einem Leben in Freiheit, Wohlstand und Würde für alle.

Daran knüpfen wir an, wenn wir heute sagen: wir wollen mehr vom Leben – für radikale Arbeitsverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Beteiligt euch an der Gewerkschaftsdemo und verbringt mit uns danach eine gute Zeit bei unserem Come Together im Cafè Krèm.

Für Getränke, Verpflegung, Musik und Information ist gesorgt.

Der 1. Mai mit der FAU Aschaffenburg:

Beteiligung an der Demonstration des DGB
Wir fordern radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
10 Uhr: Start am Lindewerk 1 in der Schweinheimer Str.

FAU Come Together
Getränke, Verpflegung, Musik und Infostand
12 bis 18 Uhr:
Café Krém, Riesengasse 10

*** bei passendem Wetter im Außenbereich ***

Demonstration & Come Together

WIR WOLLEN MEHR VOM LEBEN!

Der 1. Mai mit der FAU Aschaffenburg:

Beteiligung an der Demonstration des DGB
Wir fordern radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
10 Uhr: Start am Lindewerk 1 in der Schweinheimer Str.

FAU Come Together
Getränke, Verpflegung, Musik und Infostand
12 bis 18 Uhr:
Café Krém, Riesengasse 10

*** bei passendem Wetter im Außenbereich ***

 

Wir wollen mehr vom Leben: Für radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Der 1. Mai ist seit langem fester Bestandteil im Kalender der internationalen Arbeiter:innenbewegung. Seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als es zu Kämpfen für die Einführung des 8-Stunden Tags kam, in deren Folge sieben Anarchisten zum Tode verurteilt wurden.

„Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!“ sagte einer der Verurteilten, August Spieß, am Abend des 1. Mai 1886 auf einer Versammlung.

Mit diesen Worten brachte er auf den Punkt, worum es damals wie heute ging: Um das Abschütteln des kapitalistischen Jochs, das uns auf die Rolle von ewigen Lohnsklav:innen degradiert.

Der 1. Mai steht also nicht nur in der Tradition tagesaktueller Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Er steht auch für ein Begehren nach einem Leben in Freiheit, Wohlstand und Würde für alle.

Daran knüpfen wir an, wenn wir heute sagen: wir wollen mehr vom Leben – für radikale Arbeitsverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Beteiligt euch an der Gewerkschaftsdemo und verbringt mit uns danach eine gute Zeit bei unserem Come Together im Cafè Krèm.

Für Getränke, Verpflegung, Musik und Information ist gesorgt.

 

1. Mai: Wir kriegen nur, wofür wir kämpfen

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Absagen, wird es in diesem Jahr wieder die traditionelle Gewerkschaftsdemonstration am 1. Mai geben.

Gemeinsam mit anderen Initiativen mobilisieren wir zur Teilnahme und werben unter dem Motto „Alle gegen Alle? Nicht mit uns!“ für einen antikapitalistischen Block. Der Aufruf dazu findet sich hier.

Geht mit uns auf die Straße für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen und für eine Zukunft, in der Ausbeutung und Unterdrückung der Vergangenheit angehören!

 

Unser Beitrag:

Wir kriegen nur, wofür wir kämpfen!

Chicago, 1886: eine bereits seit Jahren aktive Arbeiterbewegung mobilisiert für den ersten Mai zu einem mehrtägigen Streik. Ziel ist die Einführung des 8-Stunden Tags. Zehntausende beteiligen sich, dabei werden am 3. Mai sechs Arbeiter erschossen. Am 4. Mai explodiert auf einer Kundgebung eine Bombe die 18 Menschen in den Tod reißt. Die Polizei eröffnet daraufhin das Feuer und weitere Streikende sterben.

Obwohl unklar ist, wer die Bombe zündete, wurden acht Arbeiter und Organisatoren des Streiks für schuldig befunden und sieben davon zum Tode verurteilt. Bei allen Verurteilten handelte es sich um überzeugte Anarchisten und vorallem diese Haltung wurde ihnen zum Verhängnis. Diese Ereignisse, die als Haymarket Riot in die Geschichte eingingen, waren die Geburt des 1. Mai als internationalem Kampftag der Arbeiter*innenklasse.

Aktuell erleben wir eine Explosion der Lebenshaltungskosten. Energie, Lebensmittel, Mieten: die Preise gehen weiter steil nach oben. Durch Klimakrise, Pandemie und Krieg verschärft sich die Situation und entwickelt eine bedrohliche Dynamik.

Das obere 1 Prozent hält rund 18 Prozent des gesamten Vermögens – so viel wie die ärmsten 75 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zusammen. Die realen Löhne und damit die Kaufkraft sinken und wir sollen den Gürtel enger schnallen?

In unserer gewerkschaftlichen Arbeit erleben wir die Auswirkungen einer zunehmenden Prekarisierung der Arbeitswelt. Vor allem in den Bereichen, die ohnehin schon als Niedriglohnsektoren gelten. Es ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten, mit welchen Maßnahmen windige Chefs und Unternehmen Arbeiter*innen selbst um gesetzliche Mindeststandards bringen.

Das sind keine Ausnahmen, dahinter steckt System und allein hierzulande sind Millionen betroffen. Wenn wir dies als nackte Ausbeutung, Betrug und Entwürdigung bezeichnen, ist das nicht übertrieben.

Immer wieder sind es vor allem Migrant*innen, die sich in miesesten und oft irregulären Arbeitsverhältnissen verdingen müssen. Gerade in Teilen der Dienstleistungsbranche und der so genannten Plattformökonomie herrschen Bedingungen, die an frühkapitalistische Zeiten erinnern.

Bereits jetzt reiben sich Kapitalist*innen vor dem Hintergrund der hier ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine die Hände und sehen diese als Zustrom billiger Arbeitskräfte ohne anderen Ausweg. So das Unternehmen Tönnies beispielsweise, das direkt an der polnischen Grenze Flyer an Geflüchtete verteilte und mit Anstellung in seinen Fleischfabriken warb.

Gegen diese zynischen Verhältnisse müssen wir uns wehren.

Erfreulich sind die vielen kleinen Organisationsbemühungen, die auch immer öfter in kollektiven Kämpfen ihren Ausdruck finden. Basisgewerkschaften wie die FAU sind oft Teil dieser Konflikte. Sei es in unterstützender Form oder durch die eigene Betroffenheit ihrer Mitglieder. Beispielhaft seien hier die Streiks der Erntearbeiter*innen in Bornheim 2020 genannt oder die in vielen Städten laufenden Konflikte so genannter Rider, welche sich als Fahrradkurier*innen unter miesen Arbeitsbedingungen und für mageren Lohn die Rücken kaputt strampeln.

Wir müssen intervenieren, wo neue Beschäftigungsbereiche entstehen, in denen mit intensivster Ausbeutung zu rechnen ist. Doch es reicht nicht mit anderen solidarisch zu sein und diese zu unterstützen. Es ist wichtig, dass wir uns selbst und in allen Sektoren organisieren und diesen Entwicklungen aktiv entgegentreten.

Denn wir alle sind Teil dieses Räderwerks sind, dass die Maschinerie tagtäglich am Laufen hält. Und wir können der Schraubenschlüssel im Getriebe sein, der das alles zum Stillstand bringt. Wir müssen den eigenen Arbeitsplatz nicht nur als Ort individueller Einkommensquelle betrachten, sondern als einen möglichen Ausgangspunkt für gesellschaftliche Veränderung.

Wenn wir also ernsthaft mehr wollen, als uns immer nur gegen die schlimmsten Symptome des Kapitalismus zu wehren, sondern die herrschenden Zustände und sozialen Probleme überwinden und lösen wollen, müssen wir uns den damit einhergehenden Herausforderungen stellen.

Der herrschenden Ausbeutung, Zerstörung und Unterdrückung von Mensch und Natur stellen wir eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung gegenüber, die auf Solidarität und Selbstverwaltung basiert. In der Freiheit und Gleichheit keine Lippenbekenntnisse, sondern Grundlagen des Zusammenlebens sind und alle Menschen ein gutes Leben führen können. Geschuldet der Komplexität der global-vernetzen Produktionsketten, setzt dies ein Höchstmaß an Organisation in allen Arbeits- und Lebensbereichen und über alle Grenzen hinweg voraus.

Geschenkt bekommen wir das alles nicht. Es verlangt Ausdauer und die Bereitschaft am Aufbau einer sozialen Arbeiter*innenbewegung mitzuwirken, die an den Wurzeln des kapitalistischen Systems ansetzt. Die sich immer wieder auch kleinen Konflikte, ob bei der Arbeit, um Miete oder Lebensmittelkosten annimmt ohne die Perspektive auf eine bessere Welt aus den Augen zu verlieren.

Für uns ist der 1. Mai kein Relikt der Vergangenheit. Im Gegenteil: die Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen sind so nötig wie eh und je. Und auch die Perspektive einer Welt, in der Ausbeutung und Armut der Geschichte angehören, lebt in unseren Kämpfen fort. Wenn uns der 1. Mai eines lehrt, dann ist das die Tatsache, dass wir nur das kriegen, wofür wir uns gemeinsam organisieren und kämpfen. Und zwar täglich.

FAU Sektion Aschaffenburg