Heraus zum 01. Mai 2025

„Organisation von unten gegen Angriffe von oben“

Unter diesem Motto mobilisieren wir zum diesjährigen 1. Mai.

Neben der Teilnahme an der traditionellen 1. Mai Demonstration des DGB, laden wir im Anschluss wieder zu einem 1. Mai-Fest ins Cafè Krèm.

Organisation von unten gegen Angriffe von oben

Arbeitsverdichtung, Leistungsdruck, Zwangsmaßnahmen für Erwerbslose, Abschaffung von Feiertagen, Erhöhung der Wochenarbeitszeit und des Renteneintrittsalters: die Palette an geplanten und in Diskussion stehenden Ansätzen zur intensiveren Ausbeutung unserer Arbeitskraft ist lang.

Obwohl ein besseres und freieres Leben, mit weniger Arbeit und mehr Zeit für sich und andere, schon lange umsetzbar wäre, strampeln wir weiter als moderne Lohnsklav:innen in der Tretmühle.

Doch den geplanten Angriffen von oben setzen wir die Organisation von unten entgegen, in dem wir uns in Basisgewerkschaften organisieren und in Betrieben verankern, um Stück für Stück Gegenmacht aufzubauen. Nicht nur mit dem Ziel, Angriffe abzuwehren, sondern auch um für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen, und langfristig Lohnarbeit und Kapitalismus zu überwinden.

Dieser Ansatz gewerkschaftlicher Arbeit ist nicht neu, sondern zieht sich wie ein Faden durch die Geschichte der Arbeiter:innenbewegung. Diese Idee sozialrevolutionärer Gewerkschaften gilt es zu erneuern.

Denn als Lohnabhängige verfügen wir an unseren Arbeitsplätzen noch immer über die Macht, den reibungslosen Ablauf dieses ausbeuterischen Systems zu unterbrechen und dort einzugreifen, wo sich der Kapitalismus tagtäglich reproduziert. Und wir haben das Potential, eine neue Welt in der Schale der alten aufzubauen.

Lasst uns den Kampf für eine bessere Welt, einem würdevollen Leben in einer freien und gleichen Gesellschaft auf die Straße tragen und zusammen feiern.

Kommt deshalb mit uns auf die Gewerkschaftsdemo des DGB und besucht unser 1.-Mai-Fest im Cafè Krèm!

Feministischer März

Die Gruppe „Feministischer März Aschaffenburg“ organisiert auch in diesem Jahr wieder eine Nachttanzdemo zum internationalen feministischen Kampftag am 08. März.

Wir unterstützen die Mobilisierung und rufen zur Teilnahme auf.

Darüber hinaus zeigen wir zum Thema „Feminismus und Gewerkschaft“ den Film Steht auf, Genossinnen! am 31.03.

Das komplette Programm zum feministischen März findet sich unter: feministischermaerzaschaffenburg.wordpress.com

Entsetzen. Trauer. Wut.

Am Mittwoch, den 22.01.2025 kam es im Park Schöntal zu einer grauenhaften Gewalttat, welche zwei Tote und schwer Verletzte zur Folge hatte. Dazu traumatisierte Menschen, die die Tat mit ansehen mussten und Hinterbliebene, die unter dem unersetzbaren menschlichen Verlust leiden. Unsere erste Reaktion war Entsetzen. Entsetzen über die abscheuliche Tat, welche sich am helllichten Tag in der Aschaffenburger Innenstadt abspielte. Entsetzen und das Unverständnis darüber, was Menschen zu solchen Taten antreibt…


Begleitet von Trauer. Trauer um die Opfer und Hinterbliebenen. Immer wieder der Versuch, sich in die Köpfe und Herzen und der Betroffenen einzufühlen. Obwohl dies immer ein aussichtsloses Unterfangen bleiben muss, war eine seltsame Art der Betroffenheit spürbar. Gleichzeitig ein Impuls. Der Impuls eines „Oh nein!“. Ein solches Ereignis, kurz vor der Bundestagswahl. Eine Tat so schrecklich, dass sie keine*n kalt lassen kann und Alle emotional aufwühlen wird. Ein Ereignis inmitten einer ohnehin schon immer weiter nach rechts driftender gesellschaftlicher Stimmung. Ein Vorfall, den die politische Rechte und reaktionäre Hardliner für ihre politischen Ambitionen ausschlachten und instrumentalisieren würden.
Kurz: Wasser auf die Mühlen der Rechten.

So verwunderte es uns nicht, dass das hiesige Milieu bereits noch am Abend der Tat zu einer Demonstration aufrief und schon am Tag danach Pläne für eine Großdemonstration am morgigen Sonntag bekannt gab. Auch AfD und die Nazi-Partei  „III. Weg“ zogen nach und mobilisierten am Freitag und Samstag zu Aktionen.

Denn sie alle brauchen Taten wie in Aschaffenburg, um ihre politische Agenda weiter vorantreiben zu können. Tote, Verletzte, Traumatisierte: das ist Schmierstoff für die rassistischen Scharfmacher und rechten Leichenfledderer.

Zum heutigen Stand wissen wir Einiges, aber nicht alles über den vermeintlichen Täter. Seine Vorgeschichte in Deutschland mag dazu verleiten, kurzfristige Maßnahmen zu fordern. Denn die Frage, warum jemand derart Auffälliges „überhaupt frei rumlaufen darf“, liegt schnell auf der Hand. Sie ist emotional nachvollziehbar. Sie öffnet aber auch das Einfallstor für Rassismus.

Auch wenn es uns unter Anbetracht der aktuellen Verhältnisse nur schwer über die Lippen geht und eigentlich ausschließlich Trauer und Mitgefühl das Gebot der Stunde sein sollten, fühlen wir uns in der emotional aufgeladenen Situation dazu verpflichtet, darauf hinzuweisen: Es sind meist Taten einzelner Weniger, welche es unter keinen Umständen erlauben ganze Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer Herkunftsländer, Religion oder Hautfarbe in Sippenhaft zu nehmen. Forderungen nach einer harten und kompromisslosen Asylpolitik, welche genau darauf abzielen weisen wir entschieden zurück.


Denn jedwede Forderung in diese Richtung trägt nur dazu bei, der gesellschaftlichen Verrohung weiter Vorschub zu leisten, Empathie und humanistische Mindeststandards zu verdrängen und die gesellschaftlichen Kräfte zu stärken, die das Recht des Stärkeren am liebsten in allen Lebensbereichen geltend machen würden. Eine solche Entwicklung steht unseren freiheitlichen und universalistischen Idealen in Allem entgegen. Deswegen werden wir uns weiter für Verhältnisse einsetzen, in denen alle Menschen in sozialer, politischer und wirtschaftlicher Gleichheit leben können. Für eine Welt, in der sich kein Mensch zur Flucht gezwungen sieht.

Zu diesem Einsatz gehört es auch, sich klar und unmissverständlich gegen die politische Rechte und Rassismus zu positionieren. Und deshalb rufen wir zur Teilnahme an den antifaschistischen Protesten gegen das morgen stattfindende rechte und rassistische Schaulaufen auf.

Unsere Trauer den Opfern.
Unser Beileid den Angehörigen und Hinterbliebenen.
Unsere Wut allen rassistischen Scharfmachern.

Jahreshauptversammlung am 25.01.25

Am Samstag den 25.01. findet unsere Jahreshauptversammlung statt.

Bei dieser stehen neben dem üblichen Berichtswesen auch die Sekretariatswahlen auf der Tagesordnung. Des Weiteren gibt es einige Anträge zur Diskussion und Abstimmung, welche u.a. Vortrags- und Bildungsveranstaltungen für das neue Jahr beinhalten.

Zu guter Letzt wird das noch amtierende Gesamtsekretariat seine Ideen für die weitere Entwicklung der FAU Aschaffenburg vor- und zur Diskussion stellen.

Alle Mitglieder finden die vollständige Einladung mit allen Anhängen im Mitglieder-Channel.

Wir freuen uns auf einen ergebnisreichen Jahresauftakt!

Lese- und Diskussionsnachmittag am 14.12.24

Warum wir den Kapitalismus überwinden müssen – und was die FAU dazu beitragen kann

Im September 2024 erschien die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegebene Broschüre „Was ist Sozialismus heute? Warum wir den Kapitalismus überwinden müssen“.

Die beiden Autoren Bernd Riexinger und Raul Zelik beabsichtigen mit dem Text eine Diskussion anzuregen. Denn sie seien davon überzeugt, dass näher beschrieben und benannt werden müsse, wie eine Alternative zum Kapitalismus aussehen könnte, wenn antikapitalistische Kräfte wieder an Relevanz gewinnen und in die Offensive kommen wollen.

Die Autoren versuchen in verständlicher Sprache zu erklären, was unter Sozialismus heute verstanden werden kann und was sozialistische Antworten auf die zentralen Konflikte im heutigen Kapitalismus sein könnten.

Die in der Broschüre angerissenen Gedanken weisen, trotz einiger Differenzen, auch starke Überschneidungen zu anarchosyndikalistischer Theorie auf.

Wir wollen uns deshalb die Zeit nehmen um die Broschüre gemeinsam zu lesen und uns nach den einzelnen Kapiteln die Frage stellen, wie eine anarchosyndikalistische Position zum jeweils angerissenen Thema aussehen könnte.

Ziel ist ein gemeinsames Verständnis über unsere Gewerkschaftsbewegung und deren revolutionären Fernziele zu entwickeln. Die Veranstaltung richtet sich somit besonders auch an Neumitglieder, welche sich bislang nicht oder nur wenig mit Anarchosyndikalismus beschäftigt haben.

Als Format ist ein vierstündiges Treffen angedacht, in denen sich Lese- und Diskussionsphasen abwechseln. Zwischendurch werden wir uns mit Kaffee, Tee und Kuchen stärken. Wie weit wir an diesem Tag mit der Broschüre kommen, werden wir sehen. Gegebenenfalls wird es ein Folgetreffen zum Weiterarbeiten geben.

Um ausreichend Broschüren und Verpflegung vorbereiten zu können, bitten wir um Anmeldung an fauab-kontakt@fau.org bis spätestens 30. November

Buchempfehlung und Bundle für FAU-Mitglieder

Im Oktober 2024 erschien im VSA Verlag die 5., aktualisierte Auflage des „Handbuch Tarifpolitik und Arbeitskampf“ (Link zum Verlag).

Das von Peter Renneberg herausgegebene Buch leistet eine sehr gute Einführung und Übersicht zu den Grundlagen gewerkschaftlicher Praxis.

Beginnend mit der historischen Entwicklung von Gewerkschaften, wird im Anschluss Grundwissen zu Gewerkschafts- und Tarifrecht vermittelt.

Weitere Kapitel zu ökonomischen Basics, den Wandlungen in der modernen Arbeitswelt und die sich daraus ableitenden Herausforderungen für Gewerkschaften runden das Buch ab.

In Gänze wird es seinem Anspruch, ein Lern- und Arbeitsbuch für Einsteiger*innen zu sein, absolut gerecht und wir können das Lesen nur empfehlen.

Ohne Bildung geht nichts! Und nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch selbstbewusst einfordern und für darüber hinausreichende Verbesserungen kämpfen.

Zur Unterstützung der Selbstbildung bieten wir deshalb für Mitglieder der FAU Aschaffenburg ab sofort ein vergünstigtes Buch-Bundle an, bestehend aus den beiden Büchern:

Das Buchpaket kann ab sofort für 15€ über fauab-kontakt@fau.org bestellt werden.

Der reguläre Gesamtverkaufspreis für beide Bücher liegt bei 35,80€.

Mitglieder, die die Bücher nicht kaufen aber gerne lesen möchten, können in unserem Büro kostenlos ein Lesexemplar ausleihen.

Veranstaltungen im Herbst/Winter

Im Rahmen unserer monatlichen A&O-Treffen werden wir uns von Oktober bis Januar mit praxisbezogenem Basiswissen beschäftigen.

Die Veranstaltungen richten sich insbesondere an Mitglieder, welche sich bislang noch nicht tiefer mit Gewerkschaftsarbeit auseinandergesetzt haben.

Ziel ist, dass alle Teilnehmer*innen einen groben Überblick erhalten, welche Ansatzmöglichkeiten sie haben, um im eigenen Betrieb gewerkschaftliche Basisstrukturen aufzubauen.

Die Veranstaltungen sind so konizipiert, dass es nach einem inhaltlichen Input ausreichend Zeit für Fragen und Austausch über die Situation im eigenen Betrieb geben wird.

Mehr Infos zu den einzelnen Veranstaltungen unter folgenden Links:

21.10.24: How FAU works
18.11.24: Die FAU im Betrieb
16.12.24: Die FAU im Arbeitskampf
20.01.25: Die FAU und Betriebsräte

TVöD Tarifrunde 2025: 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich und höhere Löhne!

Endlich mehr Lohn und Arbeitszeitverkürzung, statt dem Reallohnverlust der letzten Jahre?

Aktuell wird eine neue Tarifrunde für den TVöD vorbereitet. Da zum Ende des Jahres gleich mehrere TVöD Verträge (Bund, SuE, VkA) auslaufen und auch der Manteltarifvertrag gekündigt werden kann, muss das Thema Arbeitszeitverkürzung jetzt erkämpft werden. Die GDL hat gerade den Einstieg in die 35 Stundenwoche durchgesetzt. Jetzt ist der Tarifbereich TvöD dran, der einer der größten in Deutschland ist, dies auch für alle Beschäftige in diesem Sektor umzusetzen…. Ganzes Flugblatt der Initiative TVöD der FAU hier zum PDF-Download.

Gedruckte Exemplare zum Verteilen unter Kolleg*innen sind in unserem Büro (Weißenburger Str. 44 – 2. OG) verfügbar.

News im Juli

+++ Unsere neuen Faltblätter „Mini-Job“ – kenne deine Rechte!“ und „Probleme Bei der Arbeit? Gewerkschaftliche Erstberatung“ sind aus dem Druck und ab sofort in unserem Büro erhältlich. Beide Versionen stehen hier auch zum Download bereit +++ Am 13. Juli gab es wieder einmal einen Syndikatsausflug. Rund 20 Mitglieder beteiligten sich an einem Spaziergang im Spessart mit anschließendem Grillen und feucht-fröhlichen Ausklang. Schön war`s! +++ Am 24. Juli fand unsere dritte Vollversammlung des Jahres statt. Neben dem üblichen Berichtswesen stand die Verabschiedung unserer tarifpolitischen Richtlinien und der Austausch über die weitere Entwicklung der FAU Aschaffenburg auf der Tagesordnung. In diesem Rahmen wurden Ideen für das zweite Halbjahr 2024 ausgearbeitet, welche u.a. weitere arbeitsrechtliche Schulungen vorsehen. Darüber hinaus sind weitere inhaltliche Veranstaltungen in Planung. +++ Im August werden wieder einige Mitglieder an der FAU-Sommerschule in Hannover teilnehmen und auf dem Kommz werden wir an einem Infostand vertreten sein. Urlaubsbedingt wird es im kommenden Monat kein A&O-Treffen geben. Das nächste findet am 16. September statt. +++

14.06. Vortrag über Gewerkschaft & Feminismus

Beim Thema Gewerkschaft und Feminismus fällt den meisten zuerst “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” ein, und weiter … nicht viel.
Schade eigentlich! Feminismus ist nicht nur Rollenkritik, Identitätswahl oder geschlechtergerechte Sprache. Gewerkschaft muss kein miefiger Männerbund sein. Wir fordern, Gewerkschaft und Feminismus sollten aufeinander bezogen und konsequent zusammen gedacht werden. Für einen syndikalistischen Feminismus!

Für mehr feministisches (Selbst-)Bewusstsein in gewerkschaftlicher Arbeit und feministische Arbeitskämpfe.

Rollenspiel mit Denkanstoß, Vortrag und Diskussion der AG Feministische Kämpfe der Freien Arbeiter*innen Union (FAU) Dresden. Dazu feine Drinks mit Solidarity Cocktails Aschaffenburg.

Freitag, 14.06.2024
Stern, Platanenallee 1, Aschaffenburg
Einlass 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr